MU Guitars und Verstärker


M´s Geschichte des Gitarrenbaus

Es begann alles damit, dass mir eines Tages im Jahre 1993 bei Zweitausendeins in Hamburg das wundervolle Buch von Danny Ferrington (Ferrington Guitars bei Zweitausendeins), einem Amerikaner und wohl einem der besten und unkonventionellsten Gitarrenbauer der Welt in die Hände fiel. Was ich in diesem einmalig aufgemachten Buch an individuellen Gitarren sah, die Ferrington ganz persönlich auf seine Kunden -allesamt weltbekannte Gitarristen-zugeschnitten hatte, regte sofort meine Fantasie an (u.a. die "Ein Stunden Gitarre", die ihm Ry Cooder gleich wegschnappte).
Alsbald fiel mir ein weiteres Buch(Tony Bacon, "Gitarren", Dorling Kindersley Verlag, London) in die Hände, in dem nicht nur die gängigen Gitarren, sondern auch sehr ungewöhnliche abgebildet waren, zB. die erste elektrische Hawaigitarre "Frying Pan" von Rickenbacker.
Ich beschloss eine eigene Elektrogitarre zu bauen und verschaffte mir durch zwei weitere Bücher (Gitarrenbau von D.L.Brosnac, Karthause Verlag, München und "Elektrogitarren" von Helmuth Lemme, Frech-Verlag, Stuttgart) einige technische Grundkenntnisse.
Für mich stand von vorn herein fest, dass meine Gitarre(n) sich deutlich in Form und verwendeten Materialien von den üblichen Gitarren unterscheiden sollte.Der Gesichtspunkt des Experimentierens sollte im Vordergrund stehen, wobei auch der Aufwand in angemessenem Verhältnis bleiben sollte.
Darüberhinaus sollten möglichst viele Materialien verwendet werden, die hier zu hause vor Ort vorhanden waren.
So machte ich mich auf die Materialsuche und wurde schnell auf dem Heuboden unseres alten Bauernhauses fündig. Dort fand ich 200 Jahre alte Eichendachlatten, rauchgeschwärzt und hart wie Beton, die jedem Bohrer in küzester Zeit den Garaus machten aber einmalig urig aussahen mit ihren zum Teil ausgefransten Enden, mit großen Löchern für die Holznägel, mit denen sie ursprünlich an den Dachsparren befestigt waren. Jede Dachlatte hatte ihren ganz eigenen Charakter, so dass die Auswahl schwer fiel.
Schließlich fand ich ein geeignetes Stück. Ein Teil davon sollte der Korpus der Gitarre werden, ohne große Veränderung, d.h.der Korpus sollte nur aus einem länglichen Stück Holz bestehen.Darauf sollte ein gekaufter Fertighals geschraubt werden.
Nun fehlte noch ein Gehäuse das die Elektronik aufnahm.Dieses fand ich in Form eines alten verrosteten Milchkannendeckels, der im Kuhstall unseres Hauses nur auf die einmalige Gelegenheit gewartet hatte, Bestandteil einer Elektrogitarre zu werden.
In einem meiner bevorzugten Gitarrenläden in Hamburg (No.1) besorgte ich einen brauchbaren Fertighals, zwei Tom Holmes Vintage Style Humbucker, Gotoh Mechaniken, Fender Bridge , 2 Potis, einen 3fach Schalter, sowie die erforderlichen Widerstände und Kleinmaterial.
Dann schraubte, bohrte (qualm!) und lötete ich alles zusammen.
Zum Schluß dekorierte ich das Kopfbrett und den Korpus zwischen den beiden Tonabnehmern noch mit den Teilen einer alten Leopardendecke.
Der Gitarrengurt wurde aus Seehundfell gefertigt (ich weiß:Seehunde schießt man nicht-hab´ich auch nicht!Das Material stammt von einem alten Rucksackgurt, den ich auf dem Flohmarkt erstand).
Dann kam der erste Probelauf, der gleich zu einem überraschend positiven Ergebnis führte: die Gitarre ließ sich gut spielen(wozu man aufgrund der ausladenden Form etwas Platz braucht) und sie hatte einen schönen, angenehm warmen, altmodischen Klang.
Das Gewicht entsprach dem Aussehen: heavy-4,8 kg!
Die
MU 1 ("Voodoo Queen") war geboren.

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Ende 2014 folgte der Bau eines originellen Gitarrenverstärkers für den geplanten Straßenmusikeinsatz, der leicht transportabel sein sollte. Das Ergebnis ist der nachfolgend abgebildete 

Outdoorfaltradradioverstärker

mit Rotweinspender, der in den Taschentrageblock eines Brompton Klapprades eingeklickt werden und dadurch mit dem Fahrrad sicher transportiert werden kann und gleich zum Musikmachen überall einsatzbereit ist.